Fellwechsel beim Hund: Mit der richtigen Ernährung durch die Übergangsjahreszeit
Zweimal im Jahr – im Frühling und im Herbst – geht das große Haaren los. Überall Hundehaare: auf dem Sofa, auf deiner Kleidung, in der Tasse. Für dich vielleicht lästig – für deinen Hund ist der Fellwechsel aber tatsächlich eine echte körperliche Anstrengung. Der Körper investiert enorme Energie in den Aufbau neues Fells, das Immunsystem ist stärker gefordert, und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Mit der richtigen Unterstützung kannst du deinem Hund in dieser Phase das Leben deutlich leichter machen – und gleichzeitig für gesünderes, glänzenderes Fell sorgen.
Was passiert beim Fellwechsel im Körper des Hundes?
Der Fellwechsel ist ein hormonell gesteuerter Prozess, der durch die veränderte Tageslichtlänge ausgelöst wird – nicht, wie viele denken, durch die Temperatur. Im Frühling wird das dichte Winterfell abgestoßen und durch ein leichteres Sommerfell ersetzt. Im Herbst läuft es umgekehrt. Während dieser Phasen braucht der Körper mehr Ressourcen für die Produktion von Keratin (dem Hauptbaustoff von Haaren), für die Regeneration der Haut und Haarfollikel sowie für ein intaktes Immunsystem, das in Übergangsphasen besonders gefordert ist. Gleichzeitig wird oft mehr Fell verschluckt – was den Verdauungstrakt belasten kann.
Welche Nährstoffe sind beim Fellwechsel besonders wichtig?
Hochwertiges Protein
Fell besteht zu fast 90 % aus Keratin – einem Protein. Ohne ausreichend hochwertige Aminosäuren (besonders Cystein, Methionin, Lysin) kann kein gesundes neues Fell aufgebaut werden. Achte in der Fellwechselphase auf eine besonders proteinreiche Mahlzeit – mit Fleisch, Fisch, Eiern oder Hülsenfrüchten als Ergänzung.
Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
Diese ungesättigten Fettsäuren sind essentiell für die Hautgesundheit und das Fellglanz. Omega-3 wirkt außerdem entzündungsmodulierend – hilfreich, wenn die Haut während des Haarens gereizt oder juckend ist. Gute Quellen: Lachsöl, Leinöl, Hanföl oder fetthaltiger Fisch wie Makrele oder Hering.
Zink, Biotin und B-Vitamine
Zink ist an der Keratinsynthese direkt beteiligt. Biotin (Vitamin B7) unterstützt die Haarwurzel. B-Vitamine insgesamt fördern den Stoffwechsel und die Hautregeneration. Natürliche Quellen: Leber, Hefe, Eier, Kürbiskerne.
Ballaststoffe für den Darm
Während des Fellwechsels schlucken Hunde mehr Haare – besonders durch das häufige Putzen. Das kann den Verdauungstrakt belasten und zu Unregelmäßigkeiten im Stuhlgang führen. Natürliche Ballaststoffe wie Inulin helfen, den Darm in Bewegung zu halten, die Transitzeit zu regulieren und die Darmflora stabil zu halten – was sich positiv auf Immunsystem und Haut auswirkt.
Kräuter, die in der Fellwechselphase unterstützen
Auch die Phytotherapie bietet wertvolle Unterstützung: Brennnessel ist reich an Kieselsäure, Eisen und Vitaminen – ein klassisches Kräuter für Haut und Fell. Mariendistel unterstützt die Leber, die beim Stoffwechsel des Fellwechsels stärker beansprucht wird. Brokkoli liefert Schwefelverbindungen, die an der Keratin-Synthese beteiligt sind. Ringelblume wirkt schleimhautpflegend und kann bei gereizter Haut unterstützend eingesetzt werden.
Warum der Darm beim Fellwechsel eine Schlüsselrolle spielt
Das klingt zunächst überraschend – aber: Haut und Darm sind eng miteinander verbunden. Ein gestörtes Darmmikrobiom zeigt sich oft zuerst an der Haut: Schuppenbildung, Juckreiz, stumpfes Fell. Ein gesunder Darm hingegen kann Nährstoffe optimal aufnehmen – und genau die braucht dein Hund jetzt. Inulin als natürliches Präbiotikum ernährt die guten Bakterien im Dickdarm und hilft, das Darmmilieu stabil zu halten. Besonders in Übergangsphasen, wenn das Immunsystem sowieso stärker gefordert ist, ist das ein echter Vorteil.
Praktische Tipps für die Fellwechsel-Saison
Regelmäßiges Bürsten: Nicht nur für weniger Haare auf dem Sofa – es fördert die Durchblutung der Haut und entfernt loses Fell, bevor es verschluckt wird. Futter leicht erhöhen oder anreichern: Mehr Protein, mehr gute Fette. Kein Radikalwechsel, aber eine bewusste Ergänzung. Darmflora stabilisieren: Mit natürlichem Inulin als täglichem Zusatz zum Futter. Ausreichend Wasser: Dehydration beeinträchtigt Hautregeneration und Fell-Qualität. Stressvermeiden: Fellwechsel plus Stress ist eine schlechte Kombination – das Immunsystem dankt es dir.
Fazit
Der Fellwechsel ist eine Phase, in der dein Hund mehr braucht als sonst – an Nährstoffen, an Unterstützung und an Aufmerksamkeit. Mit der richtigen Ernährung, gezielten Kräutern und einem stabilen Darm übersteht dein Hund die Übergangsjahreszeit mit Leichtigkeit – und zeigt anschließend ein satteres, gesünderes Fell.
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